Ein Blick ins (digitale) Universum
(Auch) Bei Vorträgen und Infoabenden in der Medienpädagogik sind kurze Videos sehr geeignet, um ins Thema einzuführen, über bestimmte Apekte zu informieren oder das Publikum zu aktivieren. Gängige Videos, die das Medienhandeln von Kindern und Jugendlichen besprechen und aus Jugendschutz-Sicht Tipps für Eltern geben, haben allerdings (aus meiner Perspektive) oft einen eher skeptischen Blick auf digitale Medien und jugendlichen Medienkonsum und sind daher nicht immer im Sinne von Kindern und Jugendlichen.
Eine sehr gelungenes Beispiel aus meiner Sicht ist allerdings das Video „Das digitale Universum Ihrer Kinder – Online-Tipps für Eltern„, das sehr unaufgeregt, wertschätzend und sachlich über die mediatisierte Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen informiert und einfache und gute Tipps für Eltern gibt. Sehr im Sinne von deren Kindern. Den ganzen Beitrag lesen
Eine kleine YouTube-Genrekunde
YouTube und seine Bedeutung für die Jugendkultur ist in der öffentlichen Diskussion und ganz besonders in der Medienpädagogik schwer im Kommen, hat meiner Meinung nach aber immer noch Potenzial nach oben. Ein wertvoller Beitrag in der Diskussion ist sicher das Buch „Einfach fernsehen?“, das heute erscheint, herausgegeben von Lars Gräßer und Aycha Riffi. Die Publikation beschäftigt sich mit der Zukunft des Bewegtbildes und seiner Rezeption – und damit selbstredend auch der von Webvideo.
Daniel Seitz und ich hatten die Chance, darin einen Artikel über YouTube-Genres und deren Potenziale für die medienpädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen beizutragen. Wie sich das gehört, ist er unter einer CreativeCommons-Lizenz (CC BY-SA) frei verfügbar und kann hier kostenlos heruntergeladen, gelesen und weitergegeben werden. Und ich hoffe, dass er deutlich macht, wie lesenswert das ganze Buch ist. 🙂
Telegram – ein weiterer sicherer Messenger…
Ich denke, zu Whatsapp und seinem Stellenwert bei Jugendlichen müssen hier keine großen Worte verloren werden. So komfortabel und simpel Whatsapp in seiner Benutzung auch ist, so groß ist die Kritik in Bezug auf Datensicherheit und Datenschutz. Erst Anfang letzter Woche machte der Betreiber wieder negative Schlagzeilen, weil unverschlüsselte Backups der Chatnachrichten im Klartext in der Apple iCloud gesichert werden. Der Bedarf nach sicheren Alternativen ist da, wobei der Begriff „Alternative“ sehr relativ ist, denn mit einem solchen Messenger kann ich nur mit denen chatten, die die App ebenfalls nutzen – und: kein Messenger wird an die Reichweite und Popularität von Whatsapp wirklich herankommen.
Aber gut, es geht ja nicht darum, Whatsapp zu verbannen, sondern für eine private Kommunikation eine bessere und sichere Möglichkeit zu finden. Mit Threema und MyEnigma haben wir hier im Blog bereits zwei sichere Messenger vorgestellt, die jedoch auch nicht ganz ohne Kritik geblieben sind.
Zentraler Server, nicht Open-Source, kostenpflichtig… Das alles sind Bereiche, in denen nun Telegram punkten möchte. Mike Kuketz hat sich die App in seinem Blog etwas genauer angesehen und berichtet überwiegend positiv. Lediglich die Tatsache, dass Nachrichten erst privat geschaltet werden müssen wird bemängelt. Die dezentrale Serverstruktur, die offenen Client-Komponenten und eine Selbstzerstörungsfunktion für Nachrichten wiegen das Bild jedoch recht schnell ins Positive.
UPDATE 26.02.2014
Mittlerweile hat sich eine Menge getan und wir haben uns sehr mit dem Thema „sichere mobile Kommunikation“ beschäftigt, viele Techniker und Pädagogen mit einbezogen und den aktuellen Stand in einem neuen Beitrag zusammengefasst … zum Artikel
Das Medienpädagogik Praxis Handbuch nun auch als eBook
Für Einsteiger_innen im Bereich aktive Medienarbeit ist es eine willkommene Unterstützung, für erfahrene Medienpädagog_innen eine Inspirationsquelle: das „Medienpädagogik Praxis Handbuch“. Pünktlich zu seinem ersten Geburtstag ist das Lern- und Nachschlagewerk ab sofort nicht nur gedruckt, sondern auch als eBook zu haben!
In dem Buch – herausgegeben vom JFF und uns – geben zahlreiche Medienpädagog_innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ihre Erfahrungen mit verschiedensten Konzepten der aktiven Medienarbeit weiter, flankiert von wertvollen Grundlagen zur Konzeption und Durchführung von Medienprojekten. Die Projektkonzepte sind unter einer CC-Lizenz (hier bei uns) frei verfügbar, die Grundlageninfos und damit das Gesamtwerk auf Papier – und eben nun auch digital.
Wir hoffen, dass das Handbuch auf diese Weise eine noch bessere Dienste für die aktive Medienarbeit landauf, landab leisten wird.
Sprachkonferenzen auf dem eigenen Server
Mit Prism und Tempora ist meine Motivation, mich von kostenlosen und geschlossenen Systemen unabhängig zu machen, enorm gestiegen. Und Skype war der erste Dienst mit dem ich angefangen habe, nachdem bekannt geworden ist, dass Chats gescannt werden und die Gespräche mitgehört werden können – und mit der Qualität war ich noch nie zufrieden.
Nun ist es aber gar nicht so einfach, auch mit Arbeitsgruppen bei Audiokonferenzen auf andere Lösungen umzusteigen, weil sich Skype auch in der Medienpädagogik als Quasi-Standard etabliert hat. Deswegen werde ich in den nächsten Wochen hier einige Angebote vorstellen, mit denen sich Audio-/Sprach- und Videokonferenzen frei, kostenlos und sicher durchführen lassen.
Den Anfang mache ich heute mit Mumble (Projektwebsite). Die freie und kostenlose Sprachkonferenzsoftware ist bisher vor allem im Gamebereich verbreitet und funktioniert nach dem Client-Server-System. Der Clou: Ein Mumble-Server lässt sich auf dem eigenen Webspace recht leicht einrichten und zuverlässig betreiben (eine Beispielanleitung hier) – es gibt aber auch sofort nutzbare Server. Die Clients sind für Windows, OSX, Linux (Download über die Projektwebsite) und auch iOS und Android verfügbar und liefern eine exzellente Sprachqualität – auf dem Smartphone funktioniert die Sprachkonferenz sogar über das mobile Netz.
Der einzige Haken ist, dass die Audioeinstellungen bei der Einrichtung des Clients nicht für alle trivial ist. Hier hilft aber ein ausführliches YouTube-Tutorial. Ansonsten habe ich Mumble seit mehreren Monaten mit einem eigenen Server in diversen Settings ausprobiert und kann es ausdrücklich empfehlen. Was sind Ihre Erfahrungen?
Politischer Aktivismus mit digitalen Medien
Der so genannte arabische Frühling, Occupy oder auch #unibrennt sind politische Bewegungen, deren Erfolg oft in engen Zusammenhang mit dem Social Web und digitalen Bewegungen gebracht wird. Umgekehrt ist die implizite Hoffnung verbreitet, dass Partizipationsprozesse, die digitale Medien integrieren, eine ähnliche Dynamik entfalten könnten wie die genannten Bewegungen.
Rainer Winter analysiert in seinem Beitrag „Politischer Aktivismus, digitale Medien und die Konstitution einer transnationalen Öffentlichkeit“ im Buch “Partizipation und Engagement im Netz – Neue Chancen für Demokratie und Medienpädagogik” die Strategien und Prozesse in aktuellen politischen Bewegungen in Bezug zu digitalen Medien. Damit liefert er wichtige Erkenntnisse, die auch für die Konzeption von ePartizipationsprozesse mit Jugendlichen hilfreich sind.
Die GMK hat nun auch diesen Artikel dankenswerterweise unter einer CC-Lizenz veröffentlicht, er kann hier als PDF heruntergeladen und entsprechend der (CC BY-SA-)Lizenz weiterverbreitet werden.
radio aporee maps: die akustische Weltkarte
Heute möchte ich Ihnen radio aporee maps vorstellen, eine akkustische Weltkarte. Hierbei handelt es sich um das Werk eines Non Profit Unternehmens, welches es Nutzern ermöglicht, in einer OpenStreetMap Orte anzulegen und diese mit ortstypischen Geräuschen zu versehen.
Diese Map eignet sich meiner Meinung nach sehr gut für GPS-basierende Outdooraktivitäten mit akustischen Hintergründen. Anweisungen, Hinweise und Aufgaben können vor Ort mit der kostenlosen iOS oder Android App angehört werden, bevor eine andere Gruppe diese für ihre Aufgaben verwendet. Das ist aber nur ein Beispiel, ich denke einfach, dass hier einiges an Potential für die medienpädagogische Arbeit drinsteckt. Oder nutzt von Ihnen schon jemand diesen Dienst?
Meine Spuren im Netz – Apps ermitteln sensible Daten
Je öfter und intensiver (oder unüberlegter?) wir digitale Kommunikationsmittel und Social-Media Dienste nutzen, desto mehr Spuren hinterlassen wir natürlich auch im Netz. Das war hier schon öfter im Blog Thema und das Eine oder Andere Mal haben wir auf Tools und Dienste hingewiesen, mit denen mensch genau diese Daten ermitteln kann.
Wer in diesem Themenbereich eine schöne Zusammenfassung lesen möchte, dem sei hiermit der Artikel: „Nichts zu verbergen? Diese 5 Apps zeigen dir, welche sensiblen Daten du im Netz hinterlässt“ von t3n empfohlen. Hier werden Apps empfohlen, mit denen sich Metadaten und Genehmigungen von Facebook, Google, Foursquare, Twitter etc. analysieren und auswerten lassen.
