Thema Jugendschutz »
Sicherheit und Datenschutz in sozialen Netzwerken sind oftmals Themen bei Elternabenden und Veranstaltungen mit medienpädagogischem Schwerpunkt. Ob wer-kennt-wen, schüler-vz, studi-vz oder lokalisten, eines verbindet alle sozialen Plattformen: Die Angst der Eltern nach Missbrauch der persönlichen Daten. Zwar bieten alle Plattformen die notwendigen Sicherheitseinstellungen an, oftmals sind diese jedoch gut versteckt oder als Grundeinstellung deaktiviert.
Eine nützliche Hilfestellung kann an dieser Stelle eine Sammlung von Tutorials von den netzcheckers bieten. Auf deren Seite sind gute Beschreibungen für elf social networks zu finden, die sich mit den Sicherheitseinstellungen beschäftigen.

Das JFF (Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis) hat den ersten Teil der Studie „Das Internet als Rezeptions- und Präsentationsplattform für Jugendliche“ im Auftrag der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) veröffentlicht. Darin wird das Verhalten Jugendlicher im Alter zwischen 14 und 20 Jahren mit dem Hauptaugenmerk auf web2.0-Angebote gründlich analysiert. Es werden Motivationen und Strategien zur Selbstdarstellung im Netz beleuchtet und Problemfelder benannt die die Autoren während der Recherchen identifiziert haben.
Je nach Kenntnisstand über medienpädagogische Sachverhalte und statistische Erhebungen kann der recht ausführliche Text auch selektiv gelesen werden – ein kurzer Blick empfiehlt sich aber allemal.

Es ist in grau gehalten und macht einen seriösen Eindruck. Es ist 17 Seiten stark und von den Großen in Deutschland abgesegnet. Die Rede ist vom „Verhaltenskodex für Betreiber von Social Communities bei der FSM„.
In diesem Papier haben lokalisten.de, schülerVZ, studiVZ, meinVZ und wer-kennt-wen.de erklärt was unter einer Social Community zu verstehen ist und worin mögliche Risiken aber auch Chancen im Umgang mit solchen Diensten bestehen. Weiter haben sie ihre Absichten erklärt wie sie mit den erhobenen Daten umgehen wollen.
Das klingt alles nicht schlecht und Eltern und MedienpädagogInnen werden an dieser Stelle sicherlich aufmerksam. Jedoch werden hier in der Tat nur Absichten kund getan die dazu noch schwammig formuliert sind. Insofern scheinen die Betreiber Sensibilität bezüglich der in der Öffentlichkeit breit diskutierten Fragestellungen vorzugaukeln und lassen den/die flinke LeserIn in dem Glauben zurück es passiere etwas.
Watch Your Web ist ein Projekt des IJAB und hat sich der Aufgabe verschrieben das Internet sicher zu machen. Erreicht werden soll das unter anderem mit Tutorials. Hier haben die MacherInnen den Aufwand nicht gescheut und haben zu den größeren Social Communities wie facebook, wer-kennt-wen, schülerVZ, studiVZ und Konsorten eine How-To-Handle-Anleitung geschrieben. Mit vielen Screenshots verdeutlicht wird darauf aufmerksam gemacht wo welche Daten wie eingetragen und was beachtet werden sollte. Daneben gibt es auch für youtube, myvideo, spickmich.de etc. solche How-To’s.
Wer möchte kann gemachte Erfahrungen in der Community kommunizieren und Nachrichten an die Pinnwand „hängen“. Nach einem kurzen Überflug der bisherigen Pinns habe ich den Eindruck überwiegend „echte“ Beiträge gefunden zu haben, zumindest sind mir keine besonders medienpädagogisch ambitionierte oder platzfüllende Posts aufgefallen.
Zudem gibt es einige Filme zu für MedienpädagogInnen relevanten Themen zu sehen. Mensch kann diese auch an Freunde weiterleiten, wobei er/sie dann im Film genannt wird. Ob das aber ein Killer-Feature ist und damit eine größere Reichweite erzielt werden kann bleibt abzuwarten.
Sicheres surfen für Kinder – das ist das Ziel von Klick-Tipps.net. Die neuste Veröffentlichtung ist eine sehr informative und hilfreiche Linkliste mit den 100 besten Internetseiten für Kinder, unterteilt in Rubriken wie: „suchen und finden“, „Fernsehen und Radio“, „Spielen und Mitmachen“ etc.
Das Thema des Mobbens im Internet (in Neusprech Cybermobbing oder Cyperbullying) ist an sich schon prominent. Doch nun wird es auch immer mehr in den Zusammenhang mit extremen Handlungen gestellt, die auf den ersten Blick unmotiviert und nicht nachvollziehbar erscheinen. Ich werde hier jetzt keine Abhandlung über die psychische Konstitution eines Attentäters oder Amokläufers bringen, möchte aber hinweisen auf ein paar Internetfundstücke.
Da ist zum einen ein Film, auf englisch aber von Klicksafe ins deutsche untertitelt (vielen Dank dafür), in dem der Protagonist in seinem Alltag begleitet wird. Natürlich wird er gemobbt und vorgeführt, bis – na ja, schauen Sie selbst. Ab und an kam mir der Clip etwas langsam und langatmig vor, vielleicht war ich aber auch zu hektisch ohne mich der Entwicklung der Geschichte wirklich hinzugeben. Zum anderen gibt es ein kleines (Rollen-) Spiel in dem eine Rolle innerhalb eines Mobbingszenarios übernommen und durchgespielt wird. Das Spiel erscheint mir recht hilfreich wenn es darum geht Jugendliche mal die Perspektive wechseln zu lassen und eventuell soziale Kompetenzen (medien-) pädagogisch zu behandeln. Es ist auf englisch, jedoch sollte der Großteil der Message auch für MedienpädagogInnen und deren Schützlinge mit überschaubaren englischen Sprachkompetenzen verständlich sein.
Zudem möchte ich diejenigen, die sich noch weiter auf die Suche nach Informationen und Inspirationen machen wollen, auf diese Seite hinweisen. Und für Studienliebhaber gibt es eine Kurzfassung (auf deutsch!!) der Studie „Heranwachsen mit dem Social Web – Zur Rolle von Web 2.0 -Angeboten im Alltag von Jugendlichen und jungen Erwachsenen“ der Landesanstalt fu?r Medien Nordrhein-Westfalen (LfM). Diese befasst sind nicht vordergründig mit dem Cybermobbing oder -bullying, gibt aber einen kleinen Einblick in motivationale Nutzungskomponenten bezüglich des Mitmachinternets oder der Web2.0-Angebote.
Kind bei der Lektüre eines grimmschen Märchens (Dank an schandmaennchen.de)
Einige Zeit ist vergangen seit dem letzten Amoklauf, die breite öffentliche Empörung hat sich gelegt, die Politik hat, wie sie glaubt, präventive Maßnahmen beschlossen und die Auseinandersetzung mit der Wirkung von Computerspielen geht in die nächste Runde.
Entgegen dem eingespielten Diskussionsmuster scheinen wir jetzt aber endlich in der „Post-Pfeiffer-Ära“ angekommen zu sein, denn selbst Spiegel-online setzt sich fast schon kritisch mit dem Thema auseinander. Dort werden jetzt keine aufmerksamkeitswirksamen Parolen mehr kommuniziert. Im Gegenteil, jetzt wird in einem wie ich finde guten Video von selbsternannten Experten gesprochen. Die Idee ist nicht neu, aber SpielBar hat das ganze in großem Rahmen durchgezogen. Es geht darum Eltern und LehrerInnen bei einem sogenannten Eltern-LAN die Möglichkeit zu geben mit medienpädagogischer Unterstützung Computerspiele zu spielen, um so einen Einblick in die jugendlichen virtuellen Realitäten zu erlangen. Dabei werden nicht nur Simulationen sondern auch streitbare Genre wie Ego-Shooter (also Titel wie Counter Strike etc.) gespielt.
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Die sensibilisierenden Clips von Klicksafe sich sicherlich allgemein bekannt. In dem einen bekommt Klaus Besuch von einigen Bekannten, in einem anderen nimmt ein Jugendlicher nicht wirklich wahr was um ihn herum geschiet, in noch einem anderen leidet ein junges Mädchen an der Kreativität ihr nicht zugeneigter MitschülerInnen. Da das Thema Jugendschutz nicht nur in der deutschen Öffentlichkeit breit diskutiert wird haben MedienpädagogInnen im Ausland ebenfalls sensibilisierende Clips an der Hand.
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Ende 2007 stellte Matthias Dittmayer ein Video online, das sich mit der Darstellung von Computerspielen, insbesondere Ego-Shooter, in der öffentlichen Diskussion beschäftigt (wir berichteten am 30. November 2007).
Leider hat sich dahingehend noch nicht viel geändert, weshalb es nun ein aktualisiertes Video gibt. Es ist ebenso sorgfältig recherchiert und gut belegt wie der erste Beitrag, enthält zudem aber am Anfang des Videos eine kleine Klärung der Frage, was Ego-Shooter eigentlich sind. Diese hat er sehr schön eingebettet in eine tendenziell vom geschriebenen Wort inspirierten Szene aus dem kindlichen Gewaltalltag – für MedienpädagogInnenen eine Erleichterung, da sie doch sicherlich die eine oder andere Diskussion abzukürzen vermag.
P.S.: Wird Karl May heute noch gelesen?!
Die Sicherheit der Privatsphäre und der Userdaten von Social-Communities ist immer wieder Thema für MedienpädagogInnen. Manche Plattformen wie z.B. Facebook ändern sogar ihre AGB’s nachträglich, so dass die bereits gesammelten Daten ohne drohenden rechtlichen Konsequenzen genutzt und verkauft werden können (Facebook hat mittlerweile aufgrund erheblichen Drucks seitens der User und der Öffentlichkeit einen Rückzieher gemacht).
Bereits im Herbst vergangenen Jahres hat das Fraunhofer Institut für Sichere Informationstechnologie eine Studie mit dem Titel „Privatsphärenschutz in Soziale-Netzwerke-Plattformen“ veröffentlicht. Es wurden Netzwerke wie facebook, wer-kennt-wen, studiVZ, myspace, lokalisten, XING und LinkedIn im Hinblick auf Sicherheit der Privatsphäre und der Profildaten untersucht. Von den Communities war keine ohne Mangel, facebook haben die Forscher allerdings als am wenigsten schlecht bewertet wobei diese Plattform auch „mit zahlreichen Mängeln behaftet“ ist.
Für diejenigen unter den Interessierten die keine Zeit aufbringen wollen um die 124-Seiten starke Studie gründlich zu lesen genügt das Fazit und die darauf folgende Übersicht der Pro’s und Contra’s.