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Eine kritische Betrachtung des Web2.0
Bei firstmonday findet sich eine Zusammenstellung von Artikeln, die sich sehr kritisch mit dem Web2.0 beschäftigen. Dabei geht es um die Ausbeutung von UserInnendaten und allgemein um die politischen, sozialen und ethischen Dimensionen des Web2.0. Leider alles in Englisch, aber dennoch sehr erhellend. Alles in allem ein Beitrag zur Entmysthifizierung eines Hypes – und eine Ermutigung an die NutzerInnen, kritisch mit den Angeboten umzugehen.
Datenschutz, Urheberrecht, Sicherheit & Co.
Ehrlich gesagt ist es ein bisschen wie die Sendung mit der Maus, nur kommt keinE normal SterblicheR an Armin und Christoph ran – er versucht es trotzdem und ist damit immerhin informativ: Moritz, die Hauptfigur der Infoclips der Landeszentrale für politische Bildung NRW. In jeder Folge sieht sich der Student mit einem Problem aus dem Internet oder mit seinem Handy konfrontiert, das er zusammen mit ExpertInnen löst. Dabei geht es meist um Datenschutz, das Urheberrecht, allgemeine VerbraucherInnensicherheit und ähnliche Dinge.
Mittlerweile gibt es 17 Folgen, die alle einzeln auf der Website der LzpB angeschaut werden können. Die kurzen Filme eignen sich dabei sowohl zum Selbststudium als auch als kurzer Input bei medienpädagogischen Projekten. Ich hab beispielsweise heute gelernt, dass es doch Sinn macht, mein Handy besser zu schützen.
Dossier zur PC- und Internetsucht
Während in Mainz die erste Ambulanz für Internetsucht als Modellprojekt gestartet ist, streiten sich Fachleute nach wie vor über das Phänomen PC- und Internetsucht: Ist sie Ursache oder Symptom, überhaupt ein Krankheitsbild und wie äußert sie sich. Die Skepsis über die Effekte einer intensiven Internetnutzung ist jedoch wie bei allen neuen Medien groß und deswegen ist die Internetsucht ein relevantes Thema für die Medienpädagogik. mekonet hat im Rahmen des Safer Internet Day ein Dossier zum Thema bereitgestellt und liefert auf seiner Seite vielfältige Hintergrundinformationen, Sichtweisen, Fakten und Beispiele. Eine gute Argumentationsgrundlage.
Amokläufe von Jugendlichen und die Computerspiele
Wer „Amoklauf“ sagt, sagt heutzutage auch schnell mal „Computerspiele“ – ein Schnellschuss, der der Komplexität der Ursachen von Amokläufen nicht im Entferntesten gerecht wird. Das sagen nicht nur MedienpädagogInnen: Arte hat mit der Reportage „Amokläufer im Visier“ fundiert und breit nach Ursachen gesucht, dabei viele ExpertInnen (und nicht nur die üblichen Verdächtigen) befragt und damit ein differenziertes Bild gezeichnet. Der 43minütige Beitrag ist noch bis Mitte März in der Arte-Mediathek online zu sehen.
Broschüre zum Urheber-/Persönlichkeitsrecht
Wissen über das Persönlichkeitsrecht gehört mittlerweile fast genauso zu den relevanten Inhalten der Medienpädagogik wie das Urheberrecht: Beiträge zu virtuellen Online-Communities und die Beteiligung in Blogs und Internetforen gehören zu den neuen Standards der Online-Nutzung, auch die Platzierung von persönlichen Steckbriefen und Fotos auf den unterschiedlichen Plattformen ist für viele UserInnen heutzutage selbstverständlich.
Die notwendigen Rechtskenntnisse dazu bietet die neue Broschüre von klicksafe und irights.info „Nicht alles, was geht, ist auch erlaubt„, die als PDF heruntergeladen oder über die Webseite von klicksafe kostenlos bestellt werden kann.
Social Communities unter der Lupe
An mehreren Stellen in diesem Blog ist es in letzter Zeit um Datenschutz bei großen Webangeboten wie Google&Co. und den Umgang der Medienpädagogik damit gegangen. Ein schönes Angebot macht das Medienkulturzentrum Dresden: Die Menschen dort haben große Social Communities wie Facebook, MySpace, StudiVZ mit Blick auf Datenschutz, NutzerInnenfreundlichkeit und Transparenz untersucht. Die Ergebnisse der Untersuchung sind für jede Community in einem PDF zusammengefasst. Jugendliche können so schnell nachlesen, wie dort mit ihren Daten umgegangen wird und wie sie sich vor Datenmissbrauch schützen können.
Die Medien und Computerspiele
Matthias Dittmayer hat ein sehr gutes und sorgfältig recherchiertes Video produziert, das sich kritisch mit der Medienberichterstattung zu Computerspielen auseinandersetzt. Der 21jährige zeigt nicht nur Schlampereien der JournalistInnen auf, sondern auch handfeste Manipulationen. Meiner Meinung nach ein sehr gutes Produkt, das sich bspw. auch für die Medienpädagogik anbietet, um die teilweise tendenziöse Berichterstattung aufzuzeigen und die ‚liberalere‘ medienpädagogische Strömung zu stärken.
Matthias bietet übrigens auf seiner Website noch weitergehende Informationen an; zu seiner Person hat die Jugendpresse bei jetzt.de ein Interview entdeckt.
Studie Pornografie und neue Medien
„Sexuelle und pornographische Inhalte im Internet werden in großem Umfang von Kindern und Jugendlichen konsumiert.“ Das ist eines der Ergebnisse der Untersuchung „Pornographie und Neue Medien – Eine Studie zum Umgang Jugendlicher mit sexuellen Inhalten im Internet“ der Universität Landau in Kooperation mit pro familia Rheinland-Pfalz.
Die WissenschaftlerInnen ziehen keine voreiligen Schlüsse, was die Ergebnisse für die Jugendarbeit bedeuten, allerdings wird deutlich, dass die Mediennutzung im Bereich der sexuellen Sozialisation von Kindern und Jugendlichen in der professionellen Jugendarbeit und Medienpädagogik unbedingt zum Thema gemacht werden muss. Hier findet sich die Studie zum Download.
Computerspielbroschüre der Bundesprüfstelle
Einmal mehr werden Eltern in die Verantwortung genommen und diese vor gesetzliche Regelungen gestellt, wenn es um Computerspiele geht: Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BpjM) hat eine Broschüre für Eltern zum Thema „Computerspiele“ herausgebracht, in der 20 Fragen zum medienpädagogischen Umgang mit den Spielen beantwortet werden. Von „Was muss ich beim Kauf eines Computerspiels beachten?“ über „Was ist eine Indizierung?“ bis hin zu „Ist es für die Entwicklung meines Kindes besser, wenn es keine Computerspiele spielt?“ reicht das Spektrum der Fragen; es werden auch einige weitere Informationsquellen genannt. Die Publikation kann heruntergeladen werden oder auch in kleineren Stückzahlen kostenlos bei der BpjM bestellt werden.
