Monatlich ein neuer Zeitvertreib
"Post IT Shooter" von Petri Purho
„Monatlich ein Spiel entwickeln, das haben sich die freien Spieleentwickler Alan Blomquist, Kyle Gabler, Kyle Gray, Petri Purho und Shalin Shodhan von „Experimental Gameplay Project“ vorgenommen. Sie sind nicht gänzlich unbekannt, zumindest Petri Purho sollten durch Crayon Physics Deluxe und Kyle Gabler durch World of Goo und 2D Boy nicht nur in der Szene ein Begriff sein. Die Regeln nach denen der kleine Wettstreit ausgetragen wird: das Spiel muss innerhalb von sieben Tagen entstanden sein, es darf nur eine Person beteiligt gewesen sein und es muss mit dem Monatsmotto zu tun haben.
Alle Spiele konnte ich aus zeitorganisatorischen Gründen leider noch nicht testen, ein kurzer Blick jedoch genügt und medienpädagogisch Interessierte folgen dem einen oder anderen Link. Und natürlich sind wir immer dankbar für Rezesionen treuer LeserInnen.
Was kommt nach dem Copyright?
"All users keep right" von magnetbox auf flickr.com
Die Piraten sind auf dem Vormarsch – zuletzt bei der Bundestagswahl, aber bereits seit Jahren, wenn es darum geht Musik und Filme zu kopieren. Für Jugendliche ist das (nicht legale) Kopieren auch von urheberrechtlich geschütztem Material oft selbstverständlich, und spätestens da können MedienpädagogInnen ins Spiel kommen.
Im Rahmen der Ars Electronica in Linz entstand zu dem Thema eine 45minütige Dokumentation „Was kommt nach dem Copyright?“, die sich mit KopiererInnen, HerausgeberInnen, AnwältInnen, aber auch mit KünstlerInnen beschäftigt und ein differenziertes Bild davon zeichnet, wie es aktuell um das Copyright bestellt ist und was evtl. danach kommen kannR.
Die 3sat-Doku ist bei youtube und vimeo aufgetaucht. Grund genug für uns, statt eines medienpädagogischen Beispielfilms in dieser Woche einen Input zu dem Themenkomplex UrheberInnenrecht, Copyright, CreativeCommons und Co. zu bringen. Wir wünschen erkenntnisreiche 45 Minuten.
Neue Features von der Google Bildersuche
Google Images für "medienpädagogik praxis"
Seit einigen Monaten gibt es nun nicht mehr wöchentlich eine Neuerung bei der Bildersuche von Google, höchste Zeit für einen Rundblick über die neuen Möglichkeiten, dank derer sich Bilder für die Nutzung in medienpädagogischen Projekten noch schneller aufspüren lassen. Den ganzen Beitrag lesen
Digitale Spezialeffekte selbst gemacht
Screenshot aus "Talk Talk"
Einer der Klassiker bei Videoprojekten: Die Jugendlichen haben grandiose Ideen für ihren Film, die bereits in Kinofilmen zu sehen waren, aber leider in der Medienpädagogik fast unmöglich umzusetzen sind.
Fast! Denn auf immer mehr Rechnern auch in Institutionen der Jugendarbeit schlummern ungenutzte Programme der Creative Suite vor sich hin – wie auch After Effects. Und mit einer ausreichenden Motivation, genügend Zeit und einem Tutorial lassen sich viele klassische Spezialeffekte in Videoprojekte zaubern. Futter für solche Vorhaben liefert das SmashingMagazine mit Tutorialsammlungen für Digitale Spezialeffekte sowie für Grafikanimationen. Und damit ist unter anderem auch eine Taschenlampen-Lichtspur wie bei „Talk Talk“ keine Hexerei mehr.
Als die Fotos laufen lernten
Screenshot aus "Stop motion with wolf and pig"
Das Prinzip ähnelt ein bisschen dem von „Naturally Plugged Out Boy„, geht aber ein bisschen darüber hinaus und der Film spielt insbesondere noch mehr mit den Ebenen von Fiktion und Realität: Bei „Stop motion with wolf and pig“ wird eine Geschichte in StopMotion erzählt – mittels Fotos, die in eine ’natürliche‘ Umgebung (hier die Wohnung) gelegt werden! Ist schwer zu erklären, hat aber verblüffende Effekte.
Für die Medienpädagogik ist das eine fast zu große Materialschlacht, aber in jedem Fall eine schöne Inspiration für das nächste Videoprojekt – und im Zeitalter von Fotodruckern vielleicht auch leicht machbar.
Ungenaue Begriffsnutzung und ihre Folgen
Are you serious?
Je öfter Begriffe rezipiert und auch benutzt werden, desto fester sind sie mit Deutungen verbunden. Das ist insbesondere dann unerfreulich, wenn in der Einprägungsphase Begriffe wahllos genutzt und in unklare Zusammenhänge gestellt werden. So mehrfach geschehen rund um die Ego-Shooter Diskussion.
Dieser Beitrag auf Stigma Videospiele richtet sich zwar ausdrücklich an Journalisten, aber auch Eltern und besonders MedienpädagogInnen möchte ich die Lektüre und das Weiterdenken ans Herz legen. Denn hier wird schonungslos offenbart wie sinnfrei manche Äußerungen zu Killerspielen, Verbotsforderungen und angeblich wissenschaftlich nachgewiesenen Zusammenhängen zwischen dem Spielen von gewaltverherrlichenden Spielen und tatsächlichem gewalttätigem Verhalten sind.
Graffiti ohne verräterisch bunte Finger
Anleitung für Graffitis im SmashingMagazine
Mit medienpädagogischen Angeboten wie „Bilder manipulieren lernen“ oder ähnlich ist es mittlerweile schwer die Jugend hinter dem Ofen hervor zu holen. Interessanter werden könnte die Sache mit Graffiti. Doch nicht an der Wand und gesteigertem Puls (könnte wieder als Nachteil ausgelegt werden), sondern am Computer. Genauer: mit Photoshop unter Anleitung dieses Artikels vom SmashingMagazine. Hier wird detailliert beschrieben wie mensch relativ einfach (ein paar Vorerfahrungen sind sicherlich nicht hinderlich) zu einem super Ergebnis kommen kann. Und am Ende kommt dann vielleicht ein neues Logo für den Jugendclub heraus.
P.S.: Weil wir immer wieder versuchen auch Open-Source Software an die MedienpädagogInnen zu bringen sei der Vollständigkeit halber auch GIMP als Alternative zu Photoshop erwähnt. Das funktioniert sehr ähnlich und ist fast so mächtig.
Computerspiele bewegen
Screenshot aus "Immersion"
Dass Computerspiele schnell begeistern (wenn sie gut sind) und auch emotional bewegen, ist keine sensationelle Neuigkeit. Die New York Times hat ein Video des Künstlers Robbie Cooper veröffentlicht, das zeigt, wie konzentriert, involviert und bewegt Kinder und Jugendliche von Videospielen sein können. Gut oder schlecht? Kommt drauf an. In jedem Fall ist der kurze Film ein hervorragender Input für medienpädagogische Veranstaltungen, um genau darüber zu diskutieren, auch wenn er nicht mehr ganz taufrisch ist.
Da ist vorne
Screenshot aus "The Orchard"
Ich habe mich in der letzten Zeit gefragt, ob das Machinima-Zeitalter in der Medienpädagogik nicht schon wieder vorbei ist. Bei Vorträgen mit PädagogInnen in den vergangenen Wochen ist mir allerdings bewusst geworden, dass es zum Teil noch nicht mal richtig angefangen hat.
Das ist Grund genug, mal wieder einen Blick darauf zu werfen, was in der Szene gerade so State of the Art ist, und ein gelungener Anlass sind die aktuellen Auszeichnungen des Digitalfilm-Festivals „Bitfilm 09“ in der Kategorie Machinima. Gewinner ist der WoW-Film „The Orchard“ – selbstredend gut gemacht und eine schöne medienpädagogische Inspiration zum Wochenende.
Wissenswertes über Farben
"Hannover: colorful chair-parade 25.605.15" von Juergen Kurlvink auf flickr.com
Spätestens wenn es um Webdesign oder um die Gestaltung von Broschüren und Plakaten geht, steht auch der/die letzte MedienpädagogIn vor der Wahl „Welche Farbe hättns denn gern?“. Meist wird dann aus der Hüfte geschossen mit einigermaßen zufriedenstellenden Ergebnissen, aber jeder Blick auf Produkte von Profis provoziert die nächste Frage: „Wo haben die nur die passenden Farben her?“
Grund genug, um sich in einer ruhigen Minute mal mit Farbenlehre, Farbräumen, dem Farbkreis, Komplementärfarben, Farbpaletten oder auch Farbsymbolik – und Bedeutung auseinander zu setzen. Der Gestalter Klaus-Dieter Knoll hat das in seinem Blog getan und sein Wissen in vier anschaulichen und praxisorientierten Artikeln [1,2,3,4] zusammengefasst. Auf dass die TeilnehmerInnen beim nächsten Webprojekt davon profitieren. Sehr praktisch in diesem Zusammenhang ist übrigens auch das Tool colorsuckr.com, das aus hochgeladenen Bildern die passenden Farben extrahiert.
