Geschichten aus dem Internet
An Themen, über die ich im medienpädagogischen Kontext mit Kinder und Jugendlichen reden kann, scheitert es nun wirklich nicht. Viel anspruchsvoller gestaltet sich eher der entsprechende Einstieg für die jeweilige Zielgruppe.
Mit den „Geschichten aus dem Internet“ habe ich nun wieder neue Zugänge in Form von Comics für Kinder und jüngere Jugendliche gefunden. Das schweizer Bundesamt für Kommunikation BAKOM hat mit diesem Angebot eine Vielzahl an medienpädagogischen Themen in Comic-Geschichten rund um die Familie Webster gepackt, die vor den typischen Herausforderungen und Problemen der Medienwelt stehen, wie z.B. Phishing, Mobbing, Malware, Sexting etc. Zu allen Geschichten gibt es zudem kurz und knappe Hintergrundinformationen, Verhaltenstipps und weiterführende Links. Alle Geschichten stehen in deutscher, französischer, italienischer, englischer und bündnerromanischer Sprache zur Verfügung und können entweder heruntergeladen oder auch bestellt werden.
Musik programmieren
Immer mehr Tools und Umgebungen machen es möglich, auf anregende Weise programmieren zu lernen. Ein spannender Ansatz ist die Verbindung mit Musik, die die Programmierumgebung «Sonic Pi» verfolgt: Die Nutzer_innen können Ton für Ton Musikstücke programmieren oder auch schnell recht ästhetische elektronische Loops zusammenstellen.
Was auf den ersten Blick exotisch anmutet, ist es auf den zweiten Blick gar nicht, denn «Musik» und «Programmieren» passen strukturell gut zusammen. Das zeigt auch eine Demonstration einer der Sonic Pi-Macher_innen auf sehr inspirierende Weise:
Spaß ist nicht alles, was Sonic Pi bietet, denn Nutzer_innen lernen damit ohne es zu merken Ruby. Dafür steht innerhalb der Software ein ansprechendes (deutschsprachiges) Tutorial zur Verfügung. Und von der Raspberry Pi Foundation werden auch Unterrichtsmaterialien angeboten (die aber eine recht steile Lernkurve bedingen).
Alles in allem ist Sonic Pi meiner Meinung nach ein sehr ansprechender und guter Rahmen, um spielerisch und anschaulich programmieren zu lernen. Das Programm lässt sich gut in eine Reihe mit Klassikern wie Logo stellen. Und Sonic Pi ist insbesondere auch für Projekte in der Schule geeignet – spätestens wenn sich Musiker_innen und Informatiker_innen zusammentun.
Sonic Pi ist kostenlos und für Raspberry Pi, OSX und Windows zu haben.
Mach Musik – mit Music Maker Jam
Endlich mal wieder eine Musik-App, die mich begeistert… Musik Maker Jam von Magix steht kostenlos für Android, iOS und Windows mobile zur Verfügung. Im Prinzip gibt es in dieser App acht Spuren für Loops und eigene Aufnahmen. Hierfür gibt es eine Vielzahl an kostenlosen als auch kostenpflichtigen Stilen, die mensch als In-App Käufe erwerben kann. In der App besteht zudem die Möglichkeit, unterschiedliche Vorlagen zu speichern, sowie die Songstruktur, die Harmoniefolgen und das Tempo zu bearbeiten. Musik Maker Jam macht echt Spass und bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten für musikalische Anfänger und Profis. Besonders gefällt mir, dass ich endlich eine App gefunden habe, die sowohl unter iOS als auch Android sehr gut funktioniert, was das kommende medienpädagogische BYOD Projekt immens erleichtern wird.
«Big Data und Medienbildung»
Manche Begriffe werden eher nebulöser je mehr über sie gesprochen wird. Das gilt auch für «Big Data», um den sich in den letzten Jahren ein kleiner Hype entwickelt hat, der sich zwischen schillernden Heilserwartungen und kulturpessimistischen Befürchtungen bewegt. Auch in der Medienpädagogik zieht an manchen Stellen das Schreckgespenst des zum Objekt degradierten Menschen auf und gerät manchmal die Kreativität von Jugendlichen aus dem Blick.
Das Grimme-Institut hat sich aufgemacht und Akteur_innen aus verschiedenen Bereichen der Medienpädagogik um ihre Sichtweise auf das Thema gebeten. Das Ergebnis ist der Band «Big Data und Medienbildung», der nicht nur gedruckt, sondern dankenswerterweise auch als PDF unter CC-Lizenz kostenlos zur Verfügung steht. Die Publikation ist sicher eine gute Orientierung für Medienpädagog_innen, die sich einen Überblick über die fachlichen Positionen zum Thema verschaffen möchten.
App-Musik mit Android Geräten
Mit dem Thema App-Musik haben wir uns hier im Blog schon öfter auseinander gesetzt. Während es für iOS bislang konkurrenzlose und sehr intuitive Musik-Apps gab, mussten Android Geräte mit einer technischen Latenz kämpfen, die ein Musizieren in Gruppen fast unmöglich gemacht hat.
Diese technische Hürde scheint aber spätestens mit Android 5.0 gemeistert worden zu sein, so schreibt es jedenfalls der Musik- und Medienpädagoge Matthias Krebs in seinem Artikel App-Musikinstrumente für android. Hier geht er nicht nur auf Herausforderungen und Perspektiven seiner Projekte ein, sondern empfiehlt auch eine Reihe von Android-Apps, die für den medien- und musikpädagogischen Einsatz geeignet sind.
Das Smartphone in der Salatschleuder
CC BY-NC-SA Patrick Bronner
Dass Smartphones und Tablets unter anderem mit den eingebauten vielfältigen Sensoren ein großes Potenzial für Schule und Unterricht bergen, ist kein superneuer Gedanke. Dennoch ist es beeindruckend, was tatsächlich möglich ist, wenn mensch die Möglichkeiten ausreizt, die sich daraus ergeben.
Schüler und Schülerinnen eines Gymnasiums in Freiburg (Breisgau) haben sich im Physikunterricht die einzelnen Sensoren von Smartphones vorgenommen und in zahlreichen Experimenten erprobt, welche Apps für Messungen geeignet sind, was genau gemessen werden kann – aber auch, wie die Technik an sich funktioniert.
Die Experimente zeigen nämlich auch, dass eine solche Auseinandersetzung nicht mit dem puren Einsatz von Smartphones enden muss (auch wenn es spannend ist, die Beschleunigung in einer Salatschleuder zu messen :-)), sondern dass sich auch viel über Smartphones selbst lernen lässt. So wird die GPS-Technologie mit einem Analogieexperiment veranschaulicht.
Die Arbeitsgruppen haben ihre Arbeit gut dokumentiert und auf der Website unter einer CC-Lizenz für die weitere Bildungsarbeit zur Verfügung gestellt. Das dürfte nicht nur eine Inspiration für die schulische Arbeit sein, sondern in Teilen auch für die Medienpädagogik allgemein.
Winterpause
Unser Blogjahr neigt sich dem Ende zu und traditionsgemäß nutzen wir das für einen Jahresrückblick. Das Jahr 2015 hat uns
- 117 Artikel
- mehr als 5000 Twitter-Follower_innen und mehr als 3000 Facebook-Kontakte
- 89 Pat_innen und
- wieder mehr als 1,5 Millionen Besucher_innen auf unserer Website beschert.
Juhui!
Der Rückblick ist diesmal mit einem besonderen Gefühl verbunden, denn 2016 wird unser Blog 10 Jahre alt. Das werden wir sicher feiern, aber auch als Anlass für weitere Austauschmöglichkeiten nutzen. Great things to come! 😉
Wir danken allen Autor_innen hier im Blog, allen Pat_innen und Unterstützer_innen, unseren Leser_innen und allen, die auf irgendeinem Weg mit uns verbunden sind, herzlich für das Interesse, die Mitarbeit, die Unterstützung, das Feedback und auch für die Treue! Ab dem 13. Januar sind wir wieder zurück – mit neuen, spannenden Inhalten.
Tablet-Apps im Vergleich
dav
Mittlerweile gibt es ja schon sehr viele medienpädagogische Projekte, in denen Tablets zum Einsatz kommen. Jemand, der sich neu mit diesem Thema beschäftigt, steht in diesem Kontext vor zwei großen Fragen: Die Wahl des mobilen Betriebssystems (iOS, Android oder Windows) und die Wahl der entsprechenden Apps.
Was die Wahl der Betriebssysteme angeht, scheiden sich die Geister, meiner Erfahrung nach lässt sich hier keine pauschale Aussage treffen, aber darum soll es in diesem Artikel auch nicht gehen. Vielmehr möchte ich auf die Auswahl der Apps eingehen, denn in den unendlichen Weiten der Play- und App-Stores die für den eigenen Einsatz geeigneten Angebote zu finden, ist schon eine Herausforderung.
Der Lehrer Marc Albrecht-Hermanns hat sich in seinem Blog mit genau diesem Thema beschäftigt und gemeinsam mit anderen Menschen eine Google Tabelle erstellt, in der unterschiedliche Apps sortiert nach Einsatzmöglichkeit und Betriebssystem aufgelistet werden. Ein schöner Anfang für alle, die sich informieren wollen, welche App für welchen Aufgabenbereich geeignet ist und welche Alternativen es für die anderen mobilen Betriebssysteme gibt.
30 kostenlose und responsive WordPress Themes
Ein kleiner Hinweis für alle, die WordPress am Laufen haben, sei es für medienpädagogische Projekte oder für die Umsetzung einer eigenen Internetpräsenz. Auf kostenlose Themes haben wir hier im Blog ja schon öfter hingewiesen, aber heute gibt es als Leseempfehlung einen Artikel auf T3N, in dem es um responsives Design geht, also um Themes, welche sich in der Darstellung automatisch an mobile Endgeräte anpassen. Neben interessanten Infos rund um das Thema werden auch 30 kostenlose Themes für WordPress empfohlen.
Erste-Hilfe App bei Cyber-Mobbing
Positiv überrascht hat mich letzte Woche die neue Cyber-Mobbing Erste-Hilfe App (Android) von klicksafe. Unabhängig wie nun das korrekte Wording für Internetgedisse ist und ob man überhaupt noch „cyber“ sagen darf, wird hier Jugendlichen ein kostenloses Angebot präsentiert, in dem viele hilfreiche Tipps im Kontext Mobbing und kommunikative Deliquenzen enthalten sind. Die App bietet Jugendlichen gut erklärte Tutorials über Sperr-, Blockier- und Meldefunktionen bei Facebook, Instagram und WhatsApp bis hin zu konkreten Tipps, die wahlweise von einem männlichen oder weiblichen Protagonisten in unterschiedlichen Videos gegeben werden. Was meint ihr zu der App und kennt ihr andere vergleichbare Angebote?
