Im Maschinenraum von Google & Co.
Suchmaschinen, wie sie funktionieren, wie sie bedient werden und was das für unser Informationsverhalten bedeutet, das ist ein fast zeitloses Thema in der Medienpädagogik. Die Krux daran ist, dass in der Auseinandersetzung mit Google, Bing und Co. der Anschaulichkeit Grenzen gesetzt sind: Die Sucheinstellungen und die Ergebnisse lassen sich zwar betrachten, nicht aber die eigentliche Funktionsweise der Suchmaschinen.
Hilfe naht: Sie heißt «Soekia» und ist eine einfache, didaktisch orientierte Modellsuchmaschine. Sie ist (kostenlos) als Java-Datei downloadbar und läuft damit auf vielen Rechnern. Dazu gibt es umfangreiche Materialien mit Hintergrundinformationen sowie konkreten Lernszenarien, mit denen einzelne Aspekte gezielt ausprobiert und erforscht werden können. Alles kommt zwar nicht megasexy daher, bietet aber eine inhaltliche Tiefe, die die Materialien wertvoll für die medienpädagogische Arbeit machen.
Hoaxmap – Falschmeldungen im Faktencheck
Kaum ein Thema liefert Medienpädagoginnen und -pädagogen zur Zeit so viel Material für medienkritische Angebote wie die Art und Weise, wie über Flüchtlinge im Netz geschrieben wird. Die sozialen Netzwerke und einschlägige Blogs sind voll mit irreführenden und rechtspopulistischen Meldungen, die uns jeden Tag aufs Neue zeigen, wie unser geliebtes christliches Abendland durch vergewaltigende, gewaltbereite, sozialschmarotzende und dekadente Flüchtlinge zerstört wird. Die medienpädagogische Herausforderung für uns ist es dann, unserer Zielgruppe Werkzeuge für eine kritische Betrachtung solcher Meldungen in die Hand zu geben. Es ist unsere Aufgabe zu zeigen, wie einfach Nachrichten selber gestaltet und manipuliert werden können und mit Fakten für Klarheit und argumentative Sicherheit zu sorgen.
Ein solches Werkzeug ist die Tage mit Hoaxmap.org entstanden, einer interaktiven Google-Map, in der Falschmeldungen und Gerüchte rund um Flüchtlinge mit dem jeweiligen Ort und entsprechenden Medienberichten für die Richtigstellung verbunden sind. Dieses private Projekt von @NoAverageRobot und @fraulutz hat in den letzten Tagen verdient eine sehr große mediale Aufmerksamkeit bekommen und zeigt, dass Menschen auch fernab von Organisationen und Einrichtungen aktiv werden können. Danke euch beiden 😉
Strukturiert online diskutieren mit brabbl
Manchmal ist das Produkt besser als der Name verspricht. Das ist bei «brabbl» definitiv so. Hier geht es nicht um unstrukturiertes Gerede, sondern im Gegenteil darum, auf höchst strukturierte Weise Argumente zu sammeln, zu gewichten, aufeinander zu beziehen und damit fundierte Meinungen zu bilden.
brabbl ist ein (eigentlich kostenpflichtiges) Softwareangebot, das Organisationen nutzen können, um Diskussionen zu strukturieren. Mit «open brabbl» existiert aber auch eine kostenlose Community, die für eigene Diskussionen und Umfragen genutzt werden kann. Die vorhandenen Meinungsbildungsprozesse auf der Plattform sind vielversprechend, das Angebot kann daher ein passendes Tool für ePartizipationsprozesse sein.
Blog-Info: Willkommen bei Plattform e.V.
Seit nunmehr 10 Jahren schreiben wir gemeinsam mit vielen anderen fleissigen Autoren im Medienpädagogik Praxis-Blog. Es war uns stets oberstes Anliegen, dass wir neben dem Praxisbezug unabhängig und autonom schreiben können und von nix und niemanden abhängig sind, was ja letztendlich ein entscheidendes Qualitätskriterium dargestellt hat. Eine weitere Voraussetzung für uns war, dass wir ehrenamtlich schreiben und unser Herzblut nicht durch bezahlte und knappe Redaktionsfristen verlangsamt wird. Dennoch haben wir viele Standards erhöht und bestehende Angebote wie beispielsweise unser eigenes Etherpad ausgebaut, wodurch uns weitere laufende Kosten entstanden sind.
An diesem schmalen Grad zwischen den notwendigen Kosten in Höhe von über 1200 EUR / Jahr und unserem ehrenamtlichen Engagement sind uns viele Blog-Leser als Patinnen und Paten zur Hilfe gekommen und unterstützen seit dem das Praxis-Blog mit einer regelmässigen Spende.
Ende 2015 haben sehr viele Gespräche stattgefunden und es ist uns schliesslich gelungen, mit Plattform e.V. einen gemeinnützigen Verein zu finden, der die finanzielle Trägerschaft des Blogs übernimmt, wobei die uns immer noch wichtige Autonomie und Unabhängigkeit erhalten bleibt. Mit diesem Schritt konnten wir den Wunsch vieler Patinnen und Paten nach einer absetzbaren Spendenquittung nachkommen und haben durch die buchhalterische Entlastung mehr Gelegenheit, uns auf unsere Inhalte zu konzentrieren.
„Wir freuen uns als Plattform e.V. sehr darüber das Medienpädagogik Praxis Blog zu unterstützen, indem wir ihm in Zukunft eine vereinsrechtlichen ‚Plattform‘ bieten. Neben unseren Vereinsinteressen, dem Thema Medienpädagogik den Stellenwert zu geben, den es in unserer Gesellschaft verdient, können nun z.B. auch die aktuellen und alle zukünftigen Patinnen, Paten und Sponsoren ihre Unterstützung steuerlich geltend machen. Wir wünschen dem Blog und seinen Machern weiterhin viel Erfolg und leisten mit der Trägerschaft sehr gerne unseren Beitrag dazu.“ (Gerrit Neundorf für Plattform e.V.)
Die Lächel-Safari (Making Handbuch)
Im Rahmen einer Lächel-Safari wird eine Einführung und Tipps zum Fotografieren mit dem Smartphone gegeben und werden jede Menge ungewöhnliche Lächel-Objekte entdeckt und festgehalten.
| Setting | Offenes Jugendtreffen oder auch Schulunterricht |
| Dauer | 2 Stunden, möglichst z.T. draußen bzw. in einem Dorfzentrum oder Stadt |
| Zielgruppe | 10 bis 25 Mädchen und Jungen im Alter von 10 bis 14 Jahren mit Interesse an der Fotografie mit Smartphones |
| Zielsetzung | Interesse und Grundlagen zur Fotografie vermitteln |
| Notwendige Ausstattung | Technik: je nach Alter ein Smartphone für 2 oder für jede/n ein Smartphone, für ca. 8 Kinder und Jugendliche ein/e Betreuer/in |
| Aufwand | einfach (geringe Vor- und Nachbereitungszeit) |
Eins, zwei oder drei?
Wenn eine Gruppe gemeinsam eine Entscheidung zwischen verschiedenen Alternativen wählen möchte, dann ist es hilfreich, wenn nicht nur die Mehrheit zählt, sondern auch Gewichtungen und andere Feinheiten in die Entscheidung einfließen können.
Mit prefr gibt es nun ein Online-Tool, dass es leicht möglich macht, Entscheidungen auf eine solch differenzierte Weise online zu fällen. Ähnlich leicht wie bei Doodle werden die verschiedenen Alternativen eingegeben, anschließend kann die Umfrage über einen Link weitergegeben werden. Die Mitentscheider_innen haben nun die Möglichkeit, die verschiedenen Varianten in eine subjektive Reihenfolge zu bringen, wo auch einzelne Alternativen gleich gewichtet werden können. Außerdem können sich die Teilnehmenden entscheiden, den Status Quo beizubehalten (sofern der/die Ersteller_in das möglich macht).
prefr basiert auf der Schulze-Methode und damit einer Technologie, die auch von Liquid Feedback eingesetzt wird. Nur ist bei prefr die Erstellung und die Teilnahme niedrigschwelliger. Das Tool ist daher meiner Meinung nach eine perfekte Ergänzung für kleine (e)Partizipations-Projekte, bei denen «zwischendurch» Entscheidungen getroffen werden müssen.
dropitto.me: Mit der Cloud fremde Dateien empfangen
Hinter diesem etwas umständlich klingenden Titel verbirgt sich folgender Gedanke: Wie bekomme ich es technisch umgesetzt, dass andere Personen mir in meine Cloud möglichst ohne Anmeldung oder fremde Software, Dateien hochladen können? Wie können ohne großen technischen Aufwand beispielsweise von Tagungsbesuchern Fotos, Videos oder Rückmeldebögen einer Veranstaltung gesammelt werden oder wie können Jugendliche die Bilder eines Fotowettbewerbs einsenden, so dass ich alle Fotos direkt auf meiner Festplatte habe?
Sehr einfach umzusetzen ist das ganze mit dem kostenlosen Dienst dropitto.me. Nach einer kurzen Anmeldung kann ich eine https://www.dropitto.me/… URL-Adresse mit und ohne Passwort mit einem Verzeichnis meiner Dropbox / Google Drive / OneDrive verknüpfen, worüber jeder der diesen Link kennt, Dateien über den Browser bis zu einer Größe von 100MB uploaden kann. Ein kleines, aber feines Tool für den medienpädagogischen Alltag, welches auch wunderbar von mobilen Geräten aus funktioniert…
Eine temporäre offene digitale Werkstatt – die „Maker Days for Kids“ (Making Handbuch)
In den Ferien verwandelt sich der Saal des Jugendzentrums in eine offene Werkstatt für täglich etwa 40 Kinder und Jugendliche von 10 bis 14 Jahren.
| Setting | eine offene (digitale) Werkstatt als Angebot der außerschulischen Jugendarbeit |
| Dauer | 3 bis 6 zusammenhängende Tage, z.B. in den Ferien |
| Zielgruppe | Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 14 Jahren |
| Zielsetzung | kreatives (digitales) Gestalten zu ermöglichen und zu fördern |
| Notwendige Ausstattung |
großer Veranstaltungsraum, Freifunk, Laptops, weitere Werkzeuge nach Möglichkeiten der Veranstalter/innen |
| Aufwand | hoch – mehrere Wochen Vorbereitung, Partnerschaften und Kooperationen können sinnvoll sein, Entwicklung von Materialien (Anmeldung, Ausleihe, etc.), Aufwand Abbau/Betreuung hoch (ca. 12 Erwachsene und Peer-Tutor/inn/en pro Tag und je 40 Kinder) |
