Von Lochkamera bis Kameraweitwurf
Fotografie hat in den vergangenen Jahren eine respektable zweite Karriere in der Medienpädagogik hingelegt und so existieren immer mehr Methoden und Projektideen für unzählige Settings und Zielgruppen. Und es gibt weiter viel (wieder) zu entdecken – alte Technologien wie Lochkamera oder Fotolabor wiederzubeleben und neue auszuprobieren.
Eine Website, die dabei hilft, ist die von Oliver Spalt: Der Pädagoge veröffentlicht in seinem Blog immer wieder neue Ideen, Anleitungen und Links rund um die pädagogische Arbeit mit Fotografie. Eine empfehlenswerte Anlaufstelle, wenn es um neue Inspirationen geht!
Digitale Medien in der Familie: Hilfestellungen und Moderationsset
by Kersten A. Riechers: https://flic.kr/p/4rppS7
Es gibt eigentlich kaum noch Familien, in denen digitale Medien keine Rolle spielen. Spätestens Ende der Grundschule kommen die ersten Diskussionen um Smartphones, Spielkonsolen etc. auf. Oftmals sehen sich Eltern nicht in der Lage, diese Themen mit den Kindern zu besprechen, sehen sie sich selbst als nicht kompetent genug oder unterstellen sie sich selbst mangelndes Grundlagenwissen.
Solche Situationen bieten Medienpädagog_innen und Elternbildner_innen die Gelegenheit, sich als Moderator_in anzubieten und entsprechend zu vermitteln. Für diesen Zweck wurde als Hilfestellung von Femmes-Tische und Elternbildung CH ein Moderationsset entwickelt, welches in Deutsch, Französisch und Italienisch erhältlich ist. Die entsprechenden Unterlagen können kostenlos heruntergeladen werden und beinhalten u.a. verschiedene Moderationsfragen, Moderationsanleitungen und ein Merkblatt für die Moderator_innen.
Gemeinsam schreiben mit DBook
Schon öfters ging es hier im Blog um Dienste, die ein gemeinsames Schreiben an Dokumenten ermöglichen. Ganz gerne verwende ich für so etwas unser Etherpad, welches für jede Person ohne Anmeldung zu nutzen ist. Ab einem bestimmten Umfang wird es aber auch hier unübersichtlich, spätestens dann, wenn es gilt, mehrere Kapitel oder Passagen zu schreiben.
Auf der Suche nach einer alternativen Lösung bin ich auf DBook aufmerksam gemacht worden. Im Gegensatz zum Etherpad muss mensch sich hier anmelden, was dann aber auch bedeutet, dass es auch private Dokumente gibt und nicht nur öffentliche. Die Texte können in verschiedene Bausteine unterteilt werden, die, je nach Freigabe, von anderen DBookern eingesehen oder bearbeitet werden können.
Die Basisvariante, die ein Speichern von bis zu drei Dokumenten ermöglicht, ist kostenlos. Allerdings wird hier die exportierte Datei mit einem Logo von DBook versehen, was zumindest in meinem Einsatzgebiet zu verschmerzen ist.
Jetzt würde mich interessieren, was Sie und Ihr von DBook haltet. Wird meine Begeisterung geteilt oder habt ihr etwa andere vergleichbare Dienste am Start?
Doppelt bevormundet durch Facebook
«facebook error» CC BY cambodia4kidsorg @ flickr
Aus gesellschaftlicher bzw. demokratischer Perspektive finde ich nach wie vor den Facebook-Newsfeed eine der problematischsten Aspekte des sozialen Netzwerks: Das Unternehmen entscheidet in einem kaum zu durchschauenden Algorithmus darüber, welche Inhalte die Nutzer_innen sehen sollen und welche nicht. Was ich also in meinem Newsstream sehe, sind nicht die Neuigkeiten, die ich, sondern die Facebook für relevant hält – eine riesige Manipulation von Informationen und Öffentlichkeit.
Eine Meldung der letzten Wochen hat zunächst den Eindruck entstehen lassen, mensch könne sich nun alle abonnierten Informationen ansehen: Facebook bietet einen weiteren Stream an, der «Ungelesene Meldungen» heißt. Wer genau hinschaut, wie etwa mimikama, der/die stellt fest, dass das Angebot eine zweite Bevormundung ist: Es werden Artikel angezeigt, die laut Facebook sehenswert sind, aber noch keine ausreichende Aufmerksamkeit des/der Nutzer_in bekommen haben. Die vermuteten «versteckten» Meldungen bekommen die Nutzer_innen also auch hier nicht zu sehen – eigentlich auch kein Wunder, denn durch das Zurückhalten von Informationen verdient Facebook sein Geld (indem Unternehmen dafür zahlen, dass sie sichtbar bleiben).
Bei aller Häme sind für mich die «Ungelesene Meldungen» auch ein Glücksfall für die Medienpädagogik. Denn sie liefern schönes Anschauungsmaterial, um mit Jugendlichen und Erwachsenen die Manipulation durch Facebook sichtbar zu machen und schließlich zu reflektieren.
Umfragen mit Survmetrics: schick, schnell und responsiv
Der Einsatz von Umfrage-Tools im Netz geht mittlerweile weit über die Koordination von Terminen hinaus. Kommunikation mit Zielgruppen, Steuerung von Partizipationsprozessen oder das Einholen von Feedback – das sind nur drei von vielen denkbaren Anwendungsmöglichkeiten.
Mit Survmetrics möchte ich heute ein in der Basisvariante kostenloses Umfragetool vorstellen. Nach einer kurzen Registrierung (nur E-Mail Adresse und Passwort) kann mensch mit wenigen Schritten sehr schicke Umfragen erstellen. Multiple Choice Fragen, Ratings, Textnachrichten u.v.m können schnell eingerichtet werden. Die fertige Umfrage ist unter einer https://surv.es/1234 Adresse erreichbar und macht vor allem auch auf Smartphones und Tablets eine gute Figur. Ideal also, um beispielsweise während eines Vortrages das Plenum oder während des Unterrichts die Schüler zu aktivieren.
„Mutti hat gesagt, geh draußen spielen!“ Mobile Gaming aus pädagogischer Sicht
Bild: CC BY-NC-SA Mixy Lorenzo
Mobile Gaming ist ein wichtiger Spieletrend, der aktuell durch Apps einen weiteren Schub erhält. In der «merz – medien und erziehung» 2014/3, die ich gemeinsam mit Friedrich Krotz redaktionell betreuen durfte, beleuchten Tobias Miller und Anne Sauer Neuheiten und innovative Spielkonzepte aus medienpädagogischer Sicht und benennen Kriterien zur pädagogischen Beurteilung von Apps. Der Artikel steht unter einer CC-Lizenz und wir stellen ihn auch hier zur Verfügung (auch als PDF).
Wenn wir heute von Mobile Gaming sprechen, denken wir in erster Linie an Apps für Smartphones oder Tablets. Das verwundert nicht, denn mit den mobilen Endgeräten hat sich die Zahl der Bildschirme in den vergangenen Jahren praktisch verdoppelt. Genau betrachtet umfasst Mobile Gaming darüber hinaus sogar alle digitalen Spiele für internetfähige Mobiltelefone, Multimedia-Player oder E-Book-Reader, bezieht sich also auf Spiele-Apps für Geräte, die nicht primär als Spielplattform konzipiert sind und vermeintlich für andere Zwecke angeschafft werden. Gespielt wird auf diesen dennoch, so die Ergebnisse aus der Marktforschung, Tendenz steigend. Und das lassen sich die Gamer auch etwas kosten. Allein zwei Drittel der Ausgaben für mobile Downloads fließen in Spiele-Apps (vgl. Newzoo Trend Report 2013).
Musik-Apps für iOS – Figure by Propellerhead
Bei jedem meiner iPad-Musik Projekte sammle auch ich neue Erfahrungen und lerne neue Apps mit neuen Funktionen kennen. So wie beispielsweise die 89ct teure iOS App Figure von Propellerhead. Ist mensch erst einmal mit der englischsprachigen und vielleicht etwas ungewohnten Oberfläche vertraut, lassen sich binnen weniger Minuten zeigetaugliche Tracks und Beats erstellen.
Der Fokus der Musik liegt, wie der Herstellername bereits vermuten lässt, im elektronischen Bereich. Im Mittelpunkt der Oberfläche stehen drei Felder für die Drum, Bass und Lead Spur. Die Lautstärke der Spuren, das Tempo und allgemeine Einstellungen sind im Fußbereich zu finden.
Figure ist für musikalische Laien auf den ersten Blick etwas ungewohnt und kompliziert in der Bedienung, dennoch lassen sich sehr schnell gut klingende Ergebnisse erzielen, auch in der Gruppe mit mehreren Geräten. In Kombination mit Klangstäben, Shakern oder anderen Instrumenten sind auch rhythmische Einheiten und Sessions sehr gut umsetzbar. Eine Auseinandersetzung mit der App lohnt sich auf jeden Fall, bietet sie doch einen Mehrwert für mobile Musik-Projekte mit iOS Geräten.
100 Plakate sagen mehr als 1000 Worte
Ausschnitt aus dem Artikel
Manche Materialien finde ich so genial, dass ich schon einen Blogartikel schreiben möchte, bevor mir so richtig klar ist, was man damit konkret in der Medienpädagogik machen kann. In diese Kategorie gehört definitiv die Parade von Filmplakaten bei watson: Der Autor hat hunderte von Kinoplakaten nach ihrer Gestaltung zusammengestellt: gelbe, rote, blaue, mit Parkbank, Sonnenbrille, Mantel, mit Pärchen, Frau, Mann – und viele andere «Genres» mehr.
Und selbstverständlich sind mir mittlerweile – wie in allen solchen Fällen – einige Einsatzmöglichkeiten in der Medienpädagogik eingefallen. Zunächst einmal werden die meisten Betrachter_innen «Aha!» denken und ein gleichnamiges Erlebnis haben. Das ist eine gute Basis, um sich anschließend vortrefflich über Marketingstrategien, Zielgruppen, Botschaften, Genres und vieles mehr zu unterhalten – und sich schließlich auch selbst inspirieren zu lassen, wenn ein Plakat für das eigene Videoprojekt gestaltet werden soll. Denn wenn sich solche Plakat-Klischees (im positiven Sinne) schon finden lassen, dann sollten sie auch in der Medienpädagogik bedient (oder auch persifliert) werden.
Apps in der außerschulischen Bildung
Dieser Artikel von Björn Friedrich, Studio im Netz, München und Daniel Seitz, mediale pfade, ist erstmals in „merz – medien und erziehung, Ausgabe 3/2014 zum Thema Apps erschienen und unter CC-BY-SA Björn Friedrich, Daniel Seitz veröffentlicht. Er ist hier als PDF verfügbar.
Aktuelle medienpädagogische Praxis
Es klingt wie eine Binsenweisheit, dass wir medienpädagogische Fachkräfte stets mit aktuellen Entwicklungen Schritt halten müssen und versuchen sollten, uns dem rasanten technischen Fortschritt anzupassen, da die verfügbare Technik unmittelbare Auswirkungen auf das Mediennutzungsverhalten unserer Gesellschaft hat. Diese Anforderung ist zunächst einmal nicht ungewöhnlich, schließlich stellt sie sich auch in jedem anderen Berufszweig, und doch bedeutet es gerade für die Medienpädagogik, dass alte, bewährte Handlungsmuster regelmäßig auf den Prüfstand gehören, um selbstkritisch herauszufinden, ob sie noch zeitgemäß sind oder überholt, zumindest aber aktualisiert werden müssen.
Wie rasch derartige inhaltliche Updates nötig sind zeigt sich, wenn wir zehn Jahre zurück blicken. 2004 waren Internet und Handys noch „neue Medien“, das Wort „Apps“ war völlig unbekannt, und in Amerika gründeten ein paar Studenten ein Netzwerk namens „Facebook“ – nicht ahnend, dass sie damit bald das digitale globale Dorf auf den Kopf stellen würden. Erst drei Jahre später präsentierte Steve Jobs ein Gerät, das die Mediennutzung komplett umkrempeln sollte: das iPhone. Obwohl Smartphones schon länger existierten und von Herstellern wie Blackberry oder Nokia bereits vertrieben wurden, gelang es erst Apple, diese Technik massenkompatibel zu machen. Im Jahr 2010 folgte schließlich das iPad, das die Verbreitung von Tablets einleitete, die (wenn man so will) eine Mischung aus Computer und Smartphone darstellen. Es war also Apple, so viel muss man bei aller Kritik anerkennen, die diese medientechnische Revolution initiierten – eine Revolution, deren Ergebnis es im Jahr 2014 ist, dass wir heutzutage zunehmend Tablets und Smartphones verwenden, um Medien zu konsumieren. Egal, ob es um die Nutzung von Radio-, Fernseh- oder Internet-Inhalten geht: Die medialen Alleskönner vereinen sämtliche Funktionalitäten und liegen deshalb in der Gunst (besonders jüngerer) Nutzer vorne.
