Den Publikumsjoker ziehen
„Audience“ von Brett Sayer @ flickr.com (cc by-nc)
(Medien)PädagogInnen haben, der Natur der Sache entsprechend, meist einen Hang zum Entertainment – und das lebt von der Publikumsinteraktion. Bei größeren ZuhörerInnengruppen gestaltet sich das Feedback eher schwierig und so hat sich in jüngster Zeit die Mode etabliert, bei Vorträgen auf die „Quiz-Show-Methode“ zurückzugreifen, also dem Publikum Multiple-Choice-Fragen zu stellen.
Die TU Graz hat nun einen meiner Träume in diesem Zusammenhang erfüllt: An der Hochschule wurde nun „RealFeedback“ entwickelt, das es über ein Webinterface möglich macht, einem Publikum live eine Frage zu stellen, die dann über die (mutmaßlich zahlreich vorhandenen) Smartphones oder Laptops beantwortet werden. Heraus kommt eine Balkengrafik ähnlich dem „Publikumsjoker“, die die Meinung der Anwesenden wiedergibt. Das macht Vorträge zumindest etwas interaktiver und versprüht zudem den Charme der Schwarms, der sich über das Netz aktivieren lässt.
RealFeedback ist offen für NutzerInnen aus dem Bildungsbereich. Das Angebot ist sehr ansprechend gestaltet und technisch gelungen umgesetzt. Die MacherInnen freuen sich über generelles Feedback und zu Rückmeldungen über potenzielle Einsatzszenarien.
Wie würden Sie das Tool einsetzen? Ergänzen Sie gerne mit einem Kommentar.
Git und die Medienpädagogik
CC BY Jason Long
Git ist fast allen MedienpädagogInnen sicher schon einmal begegnet – meist auf Entwicklungsplattformen für freie Software wie github.
Dennoch spielt es etwa in der aktiven Medienarbeit kaum eine Rolle und das durchaus nicht unberechtigt. Denn schließlich ist es vor allem ein EntwicklerInnenwerkzeug, recht komplex und damit nicht unbedingt leicht zu erlernen.
Ich habe es dennoch getan 🙂 und bin seitdem mehr denn je der Überzeugung, dass Git einen Platz in bestimmten Bereichen der Medienpädagogik haben sollte. Die Motivationen und Zielvorstellungen können ganz verschieden sein:
- Wer Websites und Programme in medienpädagogischen Projekten entwickelt, der/die sollte sich dabei an Tools und Workflows der Profis orientieren. Genauso wie Jugendliche Grundkenntnisse im Programmieren haben sollten, sollten sie auch Tools kennen, die rund um die Entwicklungsarbeit eingesetzt werden.
- Für die Beurteilung von OpenSource-Software (für Jugendliche ebenso wie für MedienpädagogInnen) ist die Funktionsweise von Git essenziell. Nur so kann beurteilt werden, wie breit die EntwicklerInnenbasis ist oder wie dynamisch die Entwicklung ist.
- Und schließlich kann es für manche Projekte einfach sehr hilfreich sein, eine Software wie Git einzusetzen, um unkompliziert und effizient zusammenzuarbeiten.
Zugegebenermaßen ist Git schon ein bisschen nerdy. Die Auseinandersetzung damit ist jedoch medienpädagogisch geboten und macht an manchen Stellen das Leben leichter. In diesem Artikel möchte ich mögliche Anwendungsgebiete skizzieren und Quellen auflisten, um Git zu lernen und zu lehren. Den ganzen Beitrag lesen
Praxisbericht: OwnCloud im Arbeitsalltag
Im letzten Jahr habe ich das erste Mal von OwnCloud berichtet. Hierbei handelt es sich um eine kostenlose Möglichkeit, ein eigenes Cloud-System entweder auf einem Netzwerkspeicher oder einem Webspace zu installieren. Zum damaligen Zeitpunkt befand sich OwnCloud noch in der Beta-Phase und lief noch nicht ganz rund. Mal gab es Darstellungsprobleme im Backend oder es sind einfach Dateien verschwunden.
Mittlerweile habe ich seit einigen Monaten erst Version 4.5.3 und jetzt 4.5.4 im Einsatz, sowohl in einer dienstlichen Testumgebung in meinem Büro als auch in meinem privaten Umfeld. Die Installation von OwnCloud ist denkbar einfach – die Anwendungsmöglichkeiten sehr vielfältig. Aus diesem Grund erfolgt an dieser Stelle in kleiner Zwischenbericht, was alles funktioniert und wofür ich OwnCloud einsetze…
Schöne Präsentationen ohne Prezi und Flash
Über impress.js habe ich schon früher geschrieben – und zugegebenermaßen war ich damals offenbar ein wenig zu sehr beeindruckt vom Ergebnis der Präsentationslösung. Denn eine Präsentation im dreidimensionalen Raum inkl. Farben und Schriften per HTML zu gestalten hat sich beim ersten Ausprobieren als mehr als sportlich rausgestellt.
Doch Hilfe naht: Es gibt erste impress.js-Editoren, die im Browser laufen und mit denen sich entsprechende Präsentationen sehr leicht und intuitiv erstellen lassen. Der stabilste und am besten gepflegte ist meiner Meinung nach „Strut„. Doch damit bekommt mensch nicht nur einfach schöne Keynotes, die sich auch offline abspielen lassen: Strut ist OpenSource, lässt sich kostenlos downloaden und läuft auf einem beliebigen Server, also etwa auch auf einem lokalen wie XAMPP.
Kostenlos, offline erstellte, offline abspielbare Präsentationen, die super aussehen und noch dazu ohne Flash auskommen – damit wird impress.js fast vollständig zur Prezi-Alternative. Einzig das kollaborative Erstellen fehlt bisher.
Auf der Wiki-Seite zu impress.js finden sich noch weitere Editoren, Präsentationsbeispiele sowie andere Tools für die Software, inkl. einer Notizen-Konsole für Vortragende.
Mobiles Lernen drinnen und draußen – online und offline – mit QR-Codes
„QR_HOBO_CODE example“ von Golan Levin @ flickr.com (cc by)
Kleine viereckige Kästchen, zweidimensional und meist in schwarz/weiß gehalten: Das sind QR-Codes. Die Kurzform von Quick Response, die durch Einscannen mit einer Kamera eine schnelle Antwort versprechen. Diese Form der Codes wurden schon in den 90er Jahren für die Autoindustrie entwickelt, um Teile für die Fertigung schneller identifizieren zu können.
Heute ist es tatsächlich überraschend, was sich im Alltag hinter den Codes verbirgt und wo sie zu finden sind. Besonders auf Printmedien wie Zeitungen, Plakate, Covern, Verpackungen, Flyern und Veranstaltungshinweisen sind sie zu finden. Inzwischen blenden auch Fernsehsender Codes im Untertitel ein und geben weiterführende Informationen an die Zuschauer weiter. ?Problematische Aspekte von QR-Codes können Umleitungen auf Webseiten sein, die zu nicht jugendfreien Webseiten oder Schadsoftware führen. Es ist wichtig, nur Codes einzuscannen, deren Urheber bekannt sind und zusätzlich für Schutzprogramme (z.B. Zoner AntiVirus) auf dem Gerät zu sorgen.
QR-Codes sind inzwischen den meisten Kindern und Jugendlichen bekannt. Sie wissen wie ein solcher Code einzuscannen ist, jedoch oftmals nicht, dass sie diese QR-Codes auch selber herstellen und für eigene Zwecke nutzen können.?Im Folgenden gibt es eine Sammlung von Lernszenarien, in denen Interessierte QR-Codes erstellen und nutzen. Dabei ist die Anwendung für verschiedene Lern- und Projektformen offen und PädagogInnen können sie für schulisches Lernen und informelle Aneignungsprozesse in der medienpädagogischen Projektarbeit nutzen. Den ganzen Beitrag lesen
Doodle-Alternativen mit Blick auf Datenschutz
Termine online koordinieren – das ist eine feine Sache und Doodle ist für viele Menschen ein Dienst, der nicht mehr wegzudenken ist. Allerdings untersagen viele Firmen und IT-Richtlinien aus datenschutzrechtlichen Gründen die Nutzung von Doodle.
An dieser Stelle möchte ich Ihnen gerne eine schöne Alternative vorstellen, den DFNTerminplaner vom Deutschen Forschungsnetz. Bewusst wird hier der Fokus auf den Datenschutz gelegt, es werden keine IP Adressen gespeichert, es ist keine Anmeldung erforderlich und es werden keine Daten weitergegeben. Sehr schön finde ich auch die Option, eine Umfrage mit einem Ablaufdatum zu versehen. Mit diesem Datum werden dann auch sämtliche gespeicherten Daten vom Server gelöscht.
Ein ähnliches Angebot findet man auf der Seite der Technischen Universität Dresden. Hier besteht neben der Funktion der Terminabsprache auch die Möglichkeit, ein ganz normale Umfrage zu gestalten.
Liquid Democracy in der Jugendarbeit
„Liquid Democracy“ ist in Medienpädagogik und in Zusammenhang mit ePartizipation vor allem in Verbindung mit Software für Diskussions- und Meinungsbildungsprozesse bekannt. Tatsächlich verbirgt sich hinter dem Begriff ein neuer Ansatz der politischen Beteiligung, der sich zwischen direkter und indirekter Demokratie bewegt.
Daniel Reichert und Eva Panek beschreiben in einem Artikel im Buch „Partizipation und Engagement im Netz – Neue Chancen für Demokratie und Medienpädagogik“ die Möglichkeiten für Liquid Democracy für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Die GMK hat nun auch diesen Artikel dankenswerterweise unter einer CC-Lizenz veröffentlicht, er kann hier als PDF heruntergeladen und entsprechend der (CC BY-SA-)Lizenz weiterverbreitet werden.
Winterpause
„Winter Trees with Moon“ von Michael Hodge @ flickr.com (cc by)
Alle Türchen in unserem Medienpädagogischen Adventskalender sind nun offen und damit endet auch unser Blogjahr 2012. Wir wünschen allen LeserInnen eine Jahreswechselzeit nach ihren Wünschen und verabschieden uns in eine kurze Winterpause.
Dies aber nicht, ohne nochmal auf das vergangene, äußerst ereignisreiche und erfolgreiche Jahr zurückzublicken. 2012, das waren nämlich
- 188 Blogartikel (!),
- davon 14 Gastbeiträge sowie
- knapp 80 Konzepte aus dem Medienpädagogik Praxis-Handbuch.
2012, das waren auch
- mehrere hundert Posts auf Facebook und Twitter,
- 65 neue BlogpatInnen,
- mehr als 800 neue FollowerInnen auf Twitter,
- mehr als 500 neue Fans auf Facebook
- wieder mehr als 1 Million Visits auf unserer Website
und natürlich
- das Medienpädagogik Praxis-Handbuch.
Wir sagen herzlich danke bei allen, die irgendwie mit uns verbunden sind!!! Und sind ab 7. Januar mit gewohnt spannenden Inhalten wieder da.
Grundlagen und Anwendung der Radioproduktion
© Johann Hinrichs Fotografie
Das Projekt “Kompaktausbildung” ist eingebettet in die tägliche Programmerstellung des Campussenders Radio Q und findet dort pro Semester einmal statt. Weiter unten soll diskutiert werden, wie durch Modifikation die Vorteile dieses Projekts genutzt werden können, ohne dass die Infrastruktur eines Campussenders zwingend nötig ist.
Vorbereitend sollten die Teilnehmenden über Organisatorisches, wie Termine, Ablauf oder Räumlichkeiten, informiert werden. Vorerfahrungen benötigen die Teilnehmenden keine. Im Vordergrund des Projekts steht das Lernen durch Handeln. Wenn den Teilnehmern nur erzählt wird, wie toll die Radioproduktion doch ist, welche außergewöhnlichen Möglichkeiten sie besitzt und wie viel Spaß sie macht, wird es sie wohl kaum mitreißen. Lust und Begeisterung kommen beim Machen. Ebenso können die Trainer vermitteln, dass das Mikrofon niemals aus der Hand gegeben werden darf und man während der Antwort des Interviewpartners still sein muss. Den ganzen Beitrag lesen
