Konstruierte Geschichte
Still aus dem Film
Der Umgang mit der Geschichte Nazideutschlands ist nicht nur historisch herausfordernd, sondern auch medial. Schließlich gibt es gerade bei Filmdokumenten fast nur Propagandamaterial, so dass das historische (Film)Bild an sich nicht sonderlich differenziert ist. Wer hat schließlich schon einmal eine Nazigröße vor der Kamera in der Nase bohren sehen?
Das ist ohnehin schon ein wichtiges Thema für die Medienpädagogik – der Dokumentarfilm „Geheimsache Ghettofilm“ zeigt allerdings eine besonders abstoßende Episode der Geschichte auf: In der Endphase des Warschauer Ghettos hat ein NS-Filmteam dort Aufnahmen für einen Propaganda-Dokumentarfilm gemacht – und dabei Szenen gestellt, was später gefundene Aufnahmen zeigen.
„Geheimsache Ghettofilm“ dokumentiert diese Manipulationsversuche mit dem Originalmaterial und ist damit nicht nur ein wichtiges Dokument über deutsche Geschichte, sondern auch ein sehr guter Anlass, um über Manipulation im Dokumentar- und Propagandafilm zu sprechen. Dabei lässt sich nebenbei auch darüber sprechen, ob das Nachstellen historischer Szenen für „Geheimsache Ghettofilm“ ethisch zulässig ist.
Dankenswerterweise ist die Doku auf der Seite der Bundeszentrale für politische Bildung zusammen mit einem Dossier kostenlos in voller Länge zugänglich. Und damit ein besonderer Materialtipp für politische Bildung und Medienpädagogik. Der Film hat eine FSK-Freigabe ab 12 Jahren; Pädagog_innen sollten aber angesichts der schockierenden Bilder vorab prüfen, ob er für die betreffende Gruppe geeignet ist.
Threema – die sichere Whatsapp Alternative
Im Prinzip ist Whatsapp eine super Sache… Der Messenger wird installiert und erkennt automatisch anhand meiner Kontakte, wer die App ebenfalls nutzt. Mit diesen Personen kann ich dann problemlos Nachrichten wie eine SMS verschicken, nur eben kostenlos über die Datenverbindung. Wäre da nicht die Sache mit dem Datenschutz… Leider wird bei Whatsapp nichts verschlüsselt, auch werden die Kontaktdaten von Nicht-Nutzern aus dem privaten Telefonbuch gescannt und auf dem Server der Betreiber gespeichert…
Nun ist mit Threema ein neuer Messenger für iOS und Android aus der Schweiz aufgetaucht, der genau das verspricht, was viele von uns gesucht haben. Datenschutz und Privatsphäre. Die Nachrichten werden mit einer 256 Bit Verschlüsselung übertragen. Ein öffentlicher und ein privater Schlüssel sorgen dafür, dass noch nicht einmal der Betreiber Einblick in die Daten erhält.
Documents – kostenlose Goodreader Alternative für iOS
Wer sein iPhone oder iPad als Bestandteil eines mobilen Büros benutzt, kennt die Problematik der Dateiverwaltung. Es gibt eben keinen zentralen „Explorer“, in dem alle Dateien zu finden und zu verwalten sind. Aber es gibt ein paar gute Apps, die solche und noch andere sinnvolle Aufgaben übernehmen. In diesem Zusammenhang habe ich bereits vor langer Zeit meine must-have App „Goodreader“ vorgestellt.
Mit Documents von Readdle ist nun vor einiger Zeit eine kostenlose Alternative hierzu erschienen. Neben dem Dateisystem auf einem iOS Gerät bietet Documents u.a. Verbindungsmöglichkeiten zu bekannten Cloud-Diensten, wie z.B. Google Drive, Sugarsync, Dropbox etc. Aber auch FTP, SFTP und WebDAV-Server werden unterstützt.
Weitere tolle Möglichkeiten bietet Documents z.B. beim Lesen und Bearbeiten von PDF Dateien. Genau wie beim Goodreader können Markierungen und Anmerkungen eingefügt und versendet werden. Ein Zugriff auf die iPad und iPhone-Fotos ist ebenfalls möglich. So wäre mensch z.B. in der Lage, im Rahmen eines medienpädagogischen Angebotes, ein mit iMovie erstelltes Filmprojekt (Filme werden unter Fotos abgespeichert) auf einem NAS oder einem Cloud-Server zu speichern. Wer also noch ein gutes und kostenloses Dateiverwaltungs-App sucht, sollte hier zuschlagen…
Freifunk für alle!
In der digitalen Gesellschaft muss Medienpädagogik sich noch mehr medien- und netzpolitisch engagieren und selbstbewusst Modelle voranbringen, die die Grundlage dafür schaffen, dass Kinder und Jugendliche sich frei medial artikulieren können. Eine solche Initiative ist die „Freifunk“-Bewegung: Vordergründig geht es hier darum, frei zugängliches WLAN für alle bereitzustellen, was für Jugendarbeit und Medienpädagogik an sich schon ein erstrebenswertes Ziel ist.
Das Freifunk-Projekt (s. auch Wikipedia-Artikel) geht aber noch viel weiter, denn durch die so genannten Maschen-Netzwerke wird eine selbstorganisierte Netzstruktur in Bürger_innenhand aufgebaut, die frei zur Kommunikation und für eigene Projekte genutzt werden kann. Die aktuelle Debatte um Netzneutralität macht genauso wie andere Versuche, das Internet zu kontrollieren, deutlich, wie sinnvoll das ist.
Daher funke ich selbst seit einigen Monaten frei und habe Spaß dabei. 🙂 Denn Freifunk bedeutet nicht nur freie Netze, sondern eine Community, in der viel über Internet, Sicherheit, WLAN-Technik und praktische Software gelernt und gelehrt werden kann. Noch ein Grund mehr für Medienpädagog_innen zu sagen: Join your local Freifunk!
Filmgeschichten mal anders finden und erzählen
Still aus dem Video
Gibt es auch ein Zuviel an Inspiration“? Nach „The Scared is scared“ hätte ich das fast gedacht. In jedem Fall ist er eine Inspiration für vielfältigste Situationen und Bereiche in Medienpädagogik und Filmgestaltung: Wie lässt sich eine Geschichte mal anders finden? Wie sehen Kinder die Welt? Wie lässt sich gesprochener Text abwechslungsreich visualisieren? Muss ein Film immer lineal sein? und und und …
Und so geht es in diesem Video um Bären, Mäuse, Pizza, Monster, Kekse, Freundschaft, Schwimmbäder im Winter, Langeweile, Spaß, ein Klavier und ein Happy End. Und anschließend ist klar: Zuviel Inspiration gibt es nicht – es gibt nur ein Zuwenig an Einsatzmöglichkeiten. 🙂
[thx Jo Gather!]
Die machen Geld mit Ihren Daten! Warum Sie nicht auch?
Facebook finanziert sich durch die persönlichen Daten der mittlerweile über 1 Milliarden User. Das erstellte Profil ist sehr wertvoll für Marktforschungsunternehmen und Werbe-Anbieter. Wenn ich ehrlich bin, habe ich mir jedoch noch nie die Frage gestellt, warum nur Facebook an meinen Daten verdienen soll und nicht ich selbst – zumal es ja schliesslich meine Daten sind? Auf diesen Gedanken kam ich erst, als ich von der Seite commodify.us mitbekommen habe.
Nach einer Anmeldung können die Daten, die bei Facebook zum Download bereit stehen, auf den Server von commodify.us hochgeladen und lizensiert werden. Dort stehen sie dann verschiedenen Interessenten anonymisiert für wahlweise kommerzielle oder nicht-kommerzielle Zwecke zur Verfügung.
Derzeit bin ich persönlich noch etwas skeptisch, finde aber den Ansatz nicht uninteressant. Auf jeden Fall bin ich gespannt, wie es mit diesem Angebot weitergeht, bzw. ob andere vergleichbare folgen werden. Was meinen Sie dazu?
Über den Google Reader und meine Suche nach Alternativen
flickr.com/photos/11999593@N04/2809992904
Einige von Ihnen haben ja bestimmt schon mitbekommen, dass Google zum Juli hin seinen sehr beliebten RSS Reader einstellt. Zur Zeit funktionieren noch die Apps und Feed-Reader, erreichbar über google.de ist er bereits jetzt schon nicht mehr. Dieser Schritt von Google hat im Netz für einen großen Aufschrei gesorgt, viele Blogs haben darüber berichtet. Auch mich persönlich betrifft dieser Schritt, da ich den Feed Reader sehr intensiv genutzt habe und nun, nach ein paar Tagen des Nachdenkens muss ich laut in die Welt hinaus rufen: DANKE Google!
Platzhaltergrafiken wie aus dem Arm geschüttelt
Ein lorempixel von hector lazo @ flickr.com (CC BY-SA)
Manchmal muss es in kreativen Prozessen – und damit auch in der Medienpädagogik – schnell gehen. Etwa, wenn die Idee für eine Website-Gestaltung oder die einer SchülerInnenzeitung Formen annehmen soll, die genauen Inhalte aber noch fehlen.
In diesen Fällen hilft lorempixel: Analog zu den klassischen Platzhaltertexten, die mit lorem ipsum beginnen, liefert die Website kostenlos pixelgenaue Platzhaltergrafiken für Web und Print. Die Gestaltung lässt sich nach Genre wählen, die Ergebnisse stehen unter einer CC (BY-SA)-Lizenz – und sind perfekt weboptimiert. Da sage ich nur noch: Lorem ipsum dolor sit amet!
Eine Datei, sie (wieder) zu finden!
In medienpädagogischen Projekten wird immer wieder auch journalistisch recherchiert, sei es für eine Videodokumentation, einen Schülerzeitungsartikel oder eine Website. Und wer sich auf die Suche begibt, der/die findet zahlreiche Kontakte, Dokumente, Fragen, Termine, Notizen und andere Informationen, die organisiert werden müssen.
Luuk Sengers, ein Journalist aus den Niederlanden, stellt für solche Situationen eine kostenlose „Recherche-Datenbank“ für alle Situationen zur Verfügung: „Masterfile“ ist ein vorgestaltetes Excel-Dokument, in dem alle Informationen eingetragen, organisiert und sortiert werden können. Laut dem Autor findet sich die Geschichte damit wie von selbst. Das ist sicher übertrieben, aber das Tool ist auf diesem Weg sicher eine riesige Hilfe.
Die größte Facebook-Studie aller Zeiten
Im September letzten Jahres haben wir hier im Blog über das Facebook-Analytics Tool geschrieben, ein Angebot der Suchmaschine Wolfram Alpha, das eigene Facebook-Profil gründlich zu analysieren. Ursprünglich sollten die hierbei gesammelten Daten der einzelnen Nutzer nicht weiter verwendet werden, jedoch konnte Stephen Wolfram, Gründer und CEO von Wolfram Research, dieser enormen Datenmenge nicht widerstehen und hat sie ausgewertet. Herausgekommen ist dabei die wohl größte und umfangreichste Facebook-Studie aller Zeiten, die nämlich nicht auf Hochrechnungen und Schätzungen basiert, sondern auf den Daten von über einer Millionen Facebook-Nutzern.
